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Bio-dynamische Akupressur und Akupunktmassage

Frau Ellen Horlbeck Gesundheitspraktikerin BfG

Seit dem 07.01.2019 habe ich Verstärkung bekommen. Frau Ellen Horlbeck bietet Bio-dynamische Akupressur + Akupunktur mit Kuhkrautsamen und Akupunktmassage  nach den 5 Elementen der TCM an.

Freundliche Atmosphäre

Die Anwendungen finden in Bekleidung auf der Matte statt

Bio-dynamische Akupressur
Akupunktmassage

Diese Massage, entlang der Meridiane, in Verbindung mit spiraldynamischen Bewegungen führt zu einer sanften Entspannung Ihres Körpers und bewirkt eine Mobilisation der Wirbelsäule und Gelenke. So kommen Sie schnell in eine Tiefenentspannung und spüren nachhaltig, wie wohltuend sich der Energiefluss in Balance auswirkt.

Vorbereitung zur Akupunktur mit dem Finder

Bei der Akupunktur  wird der Akupunkturpunkt mit einem sogenannten „Finder“ gesucht und gefunden.

Aktivierung des Akupkunturpunktes

Mit einem Pflaumenblütenhämmerchen werden die Akupunkturpunkte aktiviert

Akupunktur mit Kuhkrautsamen

Zum Abschluß werden die Punkte mit einem Kuhkrautsamen beklebt und können vom Klienten so selbst immer wieder neu aktiviert werden, bis sich die Punkte lösen.

Veranstaltungen 2016

3rd International Congress on Treatment of Dystonia 4. – 7. 05. 2016

 

Im Mai habe ich einen internationalen Kongress für Dystonie in Hannover besucht. Das war sehr interessant, so viele Menschen aus verschiedenen Ländern zu treffen, die sich mit diesem Krankheitsbild beschäftigen.

Ich war nicht an jedem Tag dort, sodaß ich einige Beiträge versäumt habe. Leider. Aber ich konnte mir die Vorträge von einigen Ärzten anhören, die auch sehr interssant waren. Es ging um THS (Tiefenhirnstimmulation) und Botoxtherapien.

Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr nochmal dabei sein kann, um dann auch die Vorträge der Physiotherapeuten zu besuchen.

THS – Tagungen

Im Sommer habe ich an 2 THS- Tagungen teilgenommen. In Hamburg und in Erfurt. Dort habe ich viele Dystoniepatienten kennengelernt und auch einige Patienten, die vor langer Zeit mal in Bückeburg waren, wiedergetroffen.

Einige waren schon operiert und andere hatten es noch vor. All denen, die sich für eine THS-OP entschieden haben, wünsche ich an dieser Stelle viel Erfolg für die weitere Genesung.

Bei den vielen Informationen über die Operation fehlte mir ein wenig der Hinweis auf die Rehabilitation und die Physiotherapie allgemein. Denn ich denke, auch mit der THS ist die Physiotherapie ein wesentlicher Pfeiler in der “ Zeit danach“.

 

Reha-Care in Düsseldorf

Im Oktober habe ich die Gesundheitsmesse Reha-Care in Düsseldorf besucht.

Eine tolle Messe, sehr informativ und interessant für alle Heilberufler aber auch für Betroffene, nicht Betroffene und Angehörige.

Auf jeden Fall ist die Messe einen Besuch wert. Nächstes bin ich bestimmt wieder da.

 

 

 

 

Workshop für Dystoniker in Berlin

Was kann man sich über einen Workshop für Dystonie vorstellen?

Das war ein interessantes Projekt, welches in Berlin stattgefunden hat. Der Gedanke war, den Patienten mehr Praxis als lange Vorträge zu vermitteln.

Fazit, davon sollte es mehr geben. Infos finden Sie auf der Seite der DDG-SHG Berlin

 

Zusammenfassend war es ein interessantes Jahr mit vielen guten Erlebnissen und der Erkenntnis, das sich mit der seltenen Erkrankung Dystonie und allen Formen, die dazugehören, doch mehr Möglichkeiten bieten, als man vielleicht denkt.

Kinesio-Tape bei Torticollis

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Kinesiotape

Das Kinesiotape ist vielen Patienten ein Begriff. Besonders im Sportbereich hat es der ein oder andere schon einmal gesehen. Besonders bei sportlichen Großereignissen, wie zuletzt der Fußball EM oder auch bei den Olympischen Spielen sieht man viele Sportler, die an Gelenken oder Muskeln getapt sind.

Aufgaben vom Tape

Der Wirkungsbereich des Kinesio – Tapes umfasst die Rehabilitation und die Prävention. Sie wirken entspannend, stabilisierend und auch schmerzlindernd. In unterschiedlichen Farben und verschiedenen Anlagetechniken können sie eine unterstützende Wirkung haben.

Tape in der Torticollisbehandlung

Setzt man die Tapes in der Torticollisbehandlung ein, muss vorab geklärt werden, welchen Zweck die Anlage erfüllen soll. Setze ich ein Tape, um die Muskulatur zu entspannen, könnte eventuell auch ein Reiz gesetzt werden, und die Symptomatik wird stärker. Denn ein spastischer Muskel funktioniert bekanntlich anders.

Ich muss mir also genaue Gedanken, über die Funktionalität des Tapes und den Muskelketten des Patienten machen. Vielleicht erreiche ich über den Zug des Kinesiotapes ja eine Korrekturstütze?

Wie in den Bildern oben zu sehen ist, wurde hier das Tape in der Fehlhaltung (Kopfdrehung nach links) unter leichtem Zug angelegt. Der Patient empfand das als gute Hilfe für die Zentrierung des Kopfes, indem das Tape stärker zieht, wenn er den Kopf in die Korrekturrichtung (rechts) dreht oder aber auch die Mitte halten möchte.

Individuelle Tapeanlage

Bei jedem Torticollis – Patienten sollte eine individuelle Anlage gemacht werden. Dafür ist die körpereigene Wahrnehmung in Bezug auf Spannung und Entspannung sehr wichtig.

 

Therapie- und Behandlungsinhalte

Therapieaufbau

Wie kann ich mir ein Behandlungskonzept vorstellen?

Für den Patient ist es ein oft langer Weg, bis er die Diagnose, Torticollis erhält. Früher hat es sicher noch länger gedauert. Denn die Symptomatik ist oft gekoppelt und auch häufig nicht mehr so klassisch. Wenn die Diagnose steht und der Patient vom Arzt seine Behandlungsmöglichkeiten erfährt, ist das Spektrum nicht groß.

Empfohlen werden in der Regel medikamentöse und in besonderen Fällen operative Therapien.  Bei einer Bewegungsstörung geht aber kein Weg an der Physiotherapie vorbei. Aber wie findet man den richtigen Therapeuten? Von den meisten Patienten erfahre ich, dass sie sich selbst informiert und schon vieles ausprobiert haben. Ein  langfristiger Erfolg bleibt leider meist aus.

Was ist anders in meiner Therapie?

In einer Befundaufnahme, die ca. 1,5-2 Stunden dauert, lernen wir uns erst einmal kennen. Es folgt ein Gespräch sowie eine genauste Untersuchung, im Liegen, im Stehen, kurzum, von Kopf bis Fuß. Eingeschlossen sind die Augen, die Kiefer, die Zahnsituation und auch die Fußsohlen. Anschließend wird der Patient über die Erkenntnisse aufgeklärt und ein Therapieplan erstellt.

Schon allein dieser Erstkontakt ist sehr individuell und präzise. Und für die meisten Patienten eine neue Erfahrung.

Behandlungsablauf

Die Physiotherapie sollte bei einem ersten Aufenthalt durchaus mindestens 2 Wochen betragen, denn es gibt viel zu lernen und viel zu erleben. Damit meine ich das Körperbewusstsein, das sich über die Krankheitsdauer ja sehr verändert hat. Daher ist es wichtig, sich neu zu orientieren und Bewegungszusammenhänge richtig zu verstehen. Nur so kann ein Bewegungsmuster verändert werden und ein neuer Bewegungsablauf entstehen.

Ausgangsvoraussetzung ist die Beckenstatik. Denn hier fängt die Wirbelsäule an, sich nach oben hin auszurichten. Fehlstatiken müssen also behoben werden und in Form von symmetrischen Bewegungsabläufen stabilisiert werden. Der Therapieaufbau besteht überwiegend aus Aktivität vor dem Spiegel. Die Behandlung findet im Sitz und Stand statt.

Das Programm umfasst ca. 15 Basisübungen, die sich bei der Behandlung des Torticollis über Jahre bewährt haben. Bei der Durchführung dieser Übungen werden Sie rasch merken, wie schwierig es ist, einen einfachen Bewegungsablauf zu selektieren. Das erfordert natürlich auch Geduld und Ausdauer. Nicht immer einfach umzusetzende Tugenden. Aber umso lohnender!

Wenn alle Übungen erlernt sind, können immer individuelle ergänzt werden. Das zeigt sich dann nach den zwei Wochen. Um sich die gelernten Bewegungsabläufe zu merken, hat sich eine Videoaufnahme während des Aufenthaltes bewährt. Der Patient bringt eine eigene Speicherkarte mit (SDHC 8GB), und hat dann alle Übungen mit Korrekturen und dem Behandlungsverlauf auf seiner Karte, die er sich zu Hause immer wieder ansehen kann.

 

Fazit

Die Therapie umfasst die professionelle Anleitung zu neuen Bewegungsabläufen, deren achtsame Einübung nach und nach zu entspannteren und sichereren Bewegungsmustern im Alltag führen.

Es ist schwierig, kurz zusammenzufassen, wie sich so eine Therapie für den Einzelnen anfühlt und was sie alles beinhaltet. Zu individuell sind die Erfahrungen beim Erlernen der Übungen. Viele Patienten erleben den Aufenthalt in Bückeburg und das Erlernen der Übungen als Tor, das aus der Krankheit herausführt. Vielleicht schreibt bei Gelegenheit der ein oder andere Patient, der schon hier war, seine Erfahrungen in den Blog.

Ich möchte noch auf einen Link hinweisen, der wirklich sehenswert ist und vielleicht auch ein wenig motiviert.

Unter https://www.youtube.com/watch?v=lXw4HfYCa3c finden Sie viele gute Erklärungen, die beschreiben, was für Möglichkeiten unser Gehirn an Plastizität hat, wenn es richtig trainiert wird.

Schiefes Sitzen und die möglichen Folgen

Allgemeines Sitzverhalten

Häufig ist es uns gar nicht bewusst, wie wir stehen, gehen oder auch sitzen. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Masse überwiegend einer sitzenden Tätigkeit nachgeht, oder aber auch aus gesundheitlichen Gründen häufig nur sitzen kann, ist es so wichtig, darauf zu achten, wie man sitzt. Gerade, schief, steif, unruhig, mehr links, mehr rechts…? Wer achtet da schon drauf?

Folgen

Viele Fehlhaltungen entwickeln sich über viele Jahre ganz automatisch, ohne dass wir es steuern. Irgendwann aber machen sich diese Fehlhaltungen, in Form von Druck, Zug, Schmerz, Spannungen oder auch unkontrollierbarer Kompensation bemerkbar.

Fehlhaltung

 

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In dem Beispiel rechts kann man eine deutliche Rechtslastigkeit im Sitz erkennen. Die Kompensation findet sich in der linken Schulter(Hochstand) und der Seitneigung des Kopfes nach links wieder. Somit wird die Fehlhaltung ausbalanciert.

 

Korrektur

 

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Am Beispiel hier links, wird bewusst die symmetrische Belastung beider Gesäßhälften angesprochen und die Fehlhaltung korrigiert. Deutlich wird erkennbar, dass der Kopf sich ins Zentrum orientiert.

 

 

Dynamisches Sitzen

Nun sollte aber nicht verkrampft gesessen werden, sondern eine symmetrische, dynamische Sitzsituation hergestellt werden. Dafür muss die Körperwahrnehmung in Form von gezielten Übungen geschult werden.

Saß man früher häufig auf den sogenannten Keilkissen, sitzt es sich heute entspannter, aber auch dynamischer auf den „Sitzkissen“. Zum Beispiel die Sitzkissen von Sissel https://www.sissel.de/

 

 

 

 

Alternative Behandlungsmethoden als Final Report

Final Report

Alternative Behandlungsmethoden/Alternative Treatments

In dem  Link “ Final Report“ hat eine Patientin aus Kanada drei verschiedene Behandlungsmethoden in einem ausführlichen Bericht zusammengestellt.

Sprache/Language

Der Bericht ist in englisch verfasst/ this report is an english version.

Lochbrille bei Schiefhals

Torticollis und Sehfehler

Der Schiefhals steht häufig im Zusammenhang mit diversen Sehfehlern. Bei Fehlhaltungen des Kopfes passt sich das Auge an. Bei verkürzter Augenmuskulatur oder anderen Fehlsichtigkeiten muss der Kopf mit einer Fehlhaltung kompensieren. Somit könnte sich eine zervikale Dystonie entwickeln. In einigen Fällen kann die Sehbeeinträchtigung auch durch den Schiefhals bedingt sein.

Zur Fokusierung der Fehlstatik der Augenmuskulatur, hilft die Lochbrille vielen Patienten mit Torticollis, bei der Korrektur zur Ausrichtung des Kopfes.

Ein Beispiel

Als Beispiel: Dreht der Kopf nach links, würden sich die Augen nach rechts orientieren, um die Mitte zu finden. Mit der Lochbrille können sich die Patienten mit Schiefhals leichter der Mitte zuordnen, da das Blickfeld eingeschränkt ist und das

Auge sich auf die beiden Löcher konzentriert. Mit der Lochbrille werden dann auch individuelle Übungen durchgeführt.

Ein Optiker sollte die Augenstatik vorher ausmessen. In Bückeburg hat Optik Wehmeyer schon sehr viel Erfahrung mit Torticollis-Patienten.

Ein langes Leiden für Patient und Therapeut

Als ich vor ca. 18 Jahren bei Frau Cross anfing, war ich doch überrascht, welchem Krankheitsbild ich dort begegnete. Kannte ich Torticollis bis dahin nur aus dem Schulunterricht und auch nur bei Kleinkindern und direkt nach der Geburt.

Aber Erwachsene hatte ich noch nicht gesehen. Ich durfte mir die Behandlungen bei Frau Cross ansehen und fand schon bald nicht nur das Krankheitsbild, mitsamt der Therapieansätze, sondern auch die Menschen dahinter sehr interessant.

Relativ schnell stieg ich auch in die Torticollistherapie ein und machte erste Erfahrungen mit der Arbeit von schiefen Strukturen und einer „unheilbaren“ Erkrankung. Ich bewundere die Arbeit von Frau Cross, die sich so viele Gedanken gemacht hat, so viel Geduld mit einem so komplexen Krankheitsbild hatte, ein Netzwerk mit vielen Ärzten aufbaute und sich so stark für die Patienten machte. Heute bin ich sehr dankbar, dass ich so viel von ihr lernen konnte und durfte.

Ich habe mich dann auch gefragt, warum ich das noch nie wo anders gesehen hatte, oder mal gehört habe, dass ein Kollege Torticollis nach diesem Konzept behandelt? Meine Erklärung dafür war, nachdem ich aufmerksam beobachtete und verglich, kein Patient ist wie der andere, keine Symptomatik ist wie die andere. Jeder muss ein auf ihn speziell ausgearbeitetes Programm haben. Und das machte diese Behandlung so besonders und so umfangreich und auch so intensiv. Bei den folgenden Behandlungen sind mir folgende Dinge aufgefallen:

Erstens genau beobachten und dann funktionell denken und behandeln. Dazu gehört, dass man sich genau mir den vorhandenen Bewegungsabläufen auseinandersetzt und dann versucht, diese in physiologische umzusetzen.

Zweitens der Mensch das Individuum. Jeder Patient ist anders, in seiner politischen Einstellung, seiner Glaubensrichtung, seinem Berufsstand, seiner allgemeinen Lebenseinstellung und seinen bis dahin unterschiedlichen Behandlungskonzepten. Nur eines haben alle gemeinsam: den Kampf gegen den „Schiefhals“.

Drittens: Ich muss das eine mit dem anderen verbinden.

Ich bin als Behandler sozusagen das Bindeglied, der Vermittler, der Mediator von Patient und seinen Symptomen.

Das war schon mal ein guter Plan. In vielen Jahren, vielen Patienten, vielen Erfahrungen, vielen Veränderungen in der Gesundheitspolitik entwickelte ich mich und hatte so mein „Konzept“ wie ich therapiere und auch menschlich mit dem Patienten ein „Team“ sein kann.

Für mich stand im Vordergrund der Mensch mit seiner Erkrankung. Nicht umgekehrt. Es gab viele Behandlungen, in denen wir gut vorwärtskamen, Therapieerfolge hatten. Es gab auch Stillstände, in denen Motivation wichtig war. An deutliche Verschlechterung durch die Therapie kann ich mich kaum erinnern.

Ein kleines Fallbeispiel: Es kam eine junge Frau aus Moskau ins Haus. Sie sprach kein Deutsch, sodass alles übersetzt werden musste. Sie hatte also eine Dolmetscherin mit. Die Torticollis-Symptomatik war deutlich und sie beschloss, drei Wochen zu bleiben. Auffällig war, dass sie schnell redete und sich auch sehr hektisch bewegte. Ein kurzer Vergleich: Während die Dolmetscherin einen Schritt machte, machte die Patientin zwei oder drei … man hörte das. Auch bei den Gesprächen war ein deutlicher Unterschied im Tempo zu hören. Meine Erkenntnis war sofort: Wir müssen in allem mindestens drei Gänge runter schalten.

Das war für sie Hochleistung, ruhiger, langsamer und loslassen … Es war schwer, aber es funktionierte. Nach schon zwei Wochen kamen beide im Gleichschritt … ich war happy, sie war happy, die Dolmetscherin war happy. Auch die Symptomatik wurde kontrollierter. Sie hat viel erreicht in den drei Wochen. Aber nun zurück, allein üben, Geschäftsalltag in Moskau … ob das gut geht? Ich war mir nicht sicher.

Aber ich wurde überrascht, als sie ein halbes Jahr später, verabredet zur Kontrolle, wiederkam. Gut, sie war wieder etwas „dynamischer“ geworden, aber sie hat einiges umgestellt. Diszipliniert, konsequent trainiert, die gesamten Lebensstrukturen runter gefahren. Sehr gut!

Ein tolles Beispiel. Funktioniert bei jedem. Auch aus ihr soll und kann man keinen anderen Menschen machen. Darum ging es auch nicht. Sondern um ein Erkennen, Verstehen und ein Umdenken. Und genauso individuell ist der Mensch und der Mensch mit Torticollis.

Vieles ist heute, in der schnelllebigen Zeit, nicht immer leicht umzusetzen. Aber ich kann als Therapeut eine Bremse ziehen, eine Pause sein, einen Teil dazu beitragen, verstanden und ernst genommen zu werden. Aber ich darf auch nicht stehen bleiben. Ich muss weiter beobachten, weiter Erfahrungen machen, weiter gute Übungen entwickeln … und dafür brauchen wir uns gegenseitig als Team!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen weiterhin viel Kraft, Mut, Geduld, Zeit und Chi.

Eine Krankengeschichte

Irgendwann im März hat alles angefangen …
Der Hals fühlte sich steif an und ich konnte ihn nur schwer bewegen. Natürlich bin ich zum Arzt gegangen und wurde auf einen „steifen Hals“ hin behandelt. Mit Massagen, Medikamenten, Salben und dem üblichen.

Nichts half und mein Arzt schickte mich zum Neurologen. Dort kam sofort die Diagnose: Torticollis! Ohne viel Erklärung gab es auch gleich die Lösung: BOTOX. So bekam ich den ersten Schuss und das war auch ein Schuss in den Ofen. Es folgte ein merkwürdiges Armzittern, eine Zungenbeinblockade, Schultergürtelanspannungen und der Kopf wurde so unruhig, dass ich ihn nur noch in beiden Händen festhalten konnte.
Die Antwort des Neurologen war ganz klar: „Das kommt dann wohl für sie nicht infrage.“ Tja, was nun?

Mir ging es psychisch und physisch schlecht. Arbeiten konnte ich nicht mehr und die Probleme nahmen ihren Lauf. Rentenbegutachtung, warten auf Antworten der Behörden usw. und damit verbunden finanzielle Belastungen und Ängste und keiner hatte Ahnung von der Krankheit, nach dem Motto „Jugend forscht“ …

Ich musste also irgendwie selbst klarkommen, suchte und fand über den TS-Verband das Institut Cross in Bückeburg.
Ich machte dort einen Termin und war überrascht, wie viel Erfahrung man dort mit dieser Krankheit hatte.
Ich erlangte ein ganz anderes Verständnis und dadurch wieder Motivation, nach dem ersten Gespräch.

Dann begann die Therapie. Ich lernte Kontrolle und Bewegung und erhielt den Hinweis, meine Zähne wegen des Metalls durchchecken zu lassen.

Eigenrecherchen führten mich nach Celle zu einem bekannten Arzt, der Laser-Akkupunktur durchführte. Viele Sitzungen und viel Geld später hatte ich die Erkenntnis, das bringt gar nichts.

Ich entschloss mich, einen Zahnarzt in Bielefeld aufzusuchen, der eine Strommessung vornahm und 20 Mikroampere durch 12 verschiedene Metalle feststellte. Nach einer großen Sanierung waren glatte 0 Ampere vorhanden.

Nun folgte konsequente und disziplinierte 3,5Stunden tägliches Üben nach der Cross-Methode. Anfangs war ich 3-mal, dann 2-mal bis auf 1-mal die Woche in dem Institut.
Ich fühlte mich wohler und konnte alltägliche Belastungen dort loswerden.

Ein Jahr nach der Sanierung erreichte ich eine Lebensqualität von 99%. Von jetzt auf gleich ging es mir gut.
Trotzdem fahre ich 1-mal die Woche nach Bückeburg zur Kontrolle, zur Stabilisation meines jetzigen Zustandes und weil es mir einfach gut tut.

Sicher kamen einige Faktoren zusammen, was auch immer, ich glaube fest daran, dass ich früh genug mit der Cross-Methode begonnen habe und auf ein Team gestoßen bin, das mir viele Anregungen (auch Zahnarzt) und Geduld entgegenbrachte.

Auf diesem Weg ein Danke an das Cross-Team, vor allem meiner Ehefrau, die immer hinter mir gestanden hat, viel Geduld mit mir hatte, und meinem Hausarzt, der Rezepte gegen den Widerstand der Krankenkassen ausstellte!

Torticollis-Echo 3/4/2010